Das 80/20 Prinzip in der Anwendung
Seit einer Woche lese ich ein Buch mit Spannung wieder und wieder: Das 80/20 Prinzip von Richard Koch. Ich analysiere nach seinen Angaben die Erträge pro Produkt, den Zeitaufwand pro Seminar gegen den Ertrag, welche Dinge für mich persönlich Sinn machen und mich beruflich zufrieden und vieles andere mehr.
Die meisten Menschen kennen dieses Prinzip - so gut wie jeder von uns hat schon mal in einem Artikel darüber gelesen oder in einem Vortrag wurde das Pareto-Prinzip (oder auch 80/20-Prinzip) erwähnt: 20% der Aktivitäten sind für 80% der Resultate verantwortlich. 20% der Bevölkerung besitzen 80% des Vermögens (das ist die Original Pareto-Formel) und 20% der Kunden machen 80% der Umsätze, 20% der Produkte erzielen 80% der Gewinne und so weiter und so fort.
Wer ist dieser Richard Koch? Als Student machte er an der Universität nach einem Tipp seines Professors, das 80/20-Prinzip anzuwenden, in Rekordzeit seinen Abschluss mit Bestnote. Das brachte ihm einen Job als Berater bei der Boston Consulting Group ein. Nach der Analyse der Unternehmensstruktur seines Arbeitgebers nach dem 80/20 Prinzip wechselte er folgerichtig zu Bain & Company, einer kleineren Beratungsgesellschaft, wo er in kürzerer Zeit als üblich ein erfolgreicher Partner werden konnte. Wieder durch Anwendung des Prinzips gründete er sein eigenes Unternehmen. Sein persönliches Vermögen wuchs dann beträchtlich durch Investments in Firmen, die durch seine Turnaround-Beratung wieder profitabel wurden.
Okay, das sind die bekannten Erfolgsgeschichten, die wir alle aus der üblichen anglo-amerikanischen Businessliteratur kennen, aber was hat das mit Ihnen zu tun?
Für uns alle ist natürlich dieses Prinzip auch gültig - auch wenn es vielleicht das 5/95 Prinzip, das 70/30 Prinzip oder das 10/90-Prinzip ist - egal wie das Verhältnis konkret sein mag, es ist immer nur ein kleiner Teil der Dinge, der für einen Großteil der Ergebnisse verantwortlich ist.
Gehört haben wir das alle - aber was machen wir daraus? Wir hören es, nicken und gehen zur Tagesordnung über - statt die Idee zu nehmen und den Alltag mit anderen Augen zu sehen:
- Welche Kunden verursachen den meisten Aufwand (und liefern dabei nur niedrigen Ertrag)?
- Welche Marketingmaßnahmen bringen die meisten Kunden oder Anfragen?
- Welcher Teil Ihrer Arbeit macht Ihnen am meisten Spaß?
- Was belastet Sie und macht 80% Ihres Stresses aus?
- Welche 20% der Ausgaben sind unnötig (und könnten damit 80% Einsparpotential in Ihrem Unternehmen ausmachen)?
Und viele Fragen mehr - welche Fragen stellen Sie sich?
Was habe ich in den letzten Tagen daraus gelernt?
- Meine Situation zu analysieren - was sind die jeweils entscheidenden 20%?
- Konsequent alles andere wegzulassen oder zu delegieren, wenn es trotzdem gemacht werden muss.
- Mir regelmäßig die entscheidenden Bereiche (= wieder 20%!) im Berufs- und Privatleben erneut vorzunehmen und an Ihnen zu arbeiten.
In dem erwähnten Buch finden Sie unterschiedliche Ansätze, das Prinzip in Ihrem Leben anzuwenden - z.B. weniger arbeiten oder mehr verdienen in gleicher Zeit. Mehr von den Dingen tun, die man gerne macht und dabei trotzdem erfolgreich sein kann.
Wer mehr wissen möchte, findet die Originalausgabe des Buches in englischer Sprache hier oder die deutsche Übersetzung hier.
Viel Spaß beim Ausprobieren wünschen Ihre Guerrillas
Petra & Anthony-James Owen
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